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Plakat 2016 Flyer 2016

Plakat Krieg=daDa 2016 Plakat Krieg=daDa Valentinalm 2016 Flyer Krieg=daDa 2016

Das Projekt „Krieg=daDa“ steht im Jahr 2016 unter den Themenschwerpunkten „Kunst + Technik im Krieg“ und „Frauen im Krieg“ im Großen Krieg 1914-1918. Die Kunst übernimmt die Funktionen der Propaganda und Unterhaltung, sie ist aber auch die Stimme der Kriegsgegner und Pazifisten, die im Gegensatz zu Propaganda und Unterhaltung keine große Öffentlichkeit für sich in Anspruch nehmen kann und auch weitgehend der Zensur unterworfen ist. Hundert Jahre später hat sich daran nichts geändert, nach wie vor wird versucht, kritische Stimmen mundtot zu machen, damit Waffengeschäfte geräuschlos abgewickelt werden können.

Mit der Neuen Mittelschule Arnoldstein werden diese Aspekte im Projekt „Schichtungen der Geschichte“ von den Blickwinkeln der Regional- und Weltgeschichte untersucht.

Der Große Krieg 1914-1918 ist der erste moderne industrialisierte Massenkrieg. Der Hybridmotor (1898 von Ferdinand Porsche patentiert) wird in Benzingeneratorenwagen der österreichisch-ungarischen Wehrmacht verwendet. Die Kommunikation erfolgt drahtlos durch Radiostationen. Giftgas ist „neu“ im Programm. Der größte Gasangriff findet am 25.Juni 1916 auf der Hochfläche von Doberdo an der Isonzofront statt. 5000 bis 8000 italienische Soldaten werden dem Giftgas ausgesetzt. Ebenfalls neu ist der asymmetrische Krieg, den der Archäologe T.E. Lawrence auf Empfehlung von Gertrude Bell in den Wüsten des Nahen Ostens lenkt, einzelne arabische Stämme führen Anschläge gegen die Zentralmächte und deren Verbündete aus. Der antike Streitwagen taucht als Panzer auf. Artillerie großen Kalibers dominiert das Schlachtfeld. Das Flugzeug wird zur Waffe. Ärzten bleibt angesichts dieser Vernichtungskraft eigentlich nur die Feigenblattfunktion.  Alle Elemente „moderner“ Kriegsführung werden verwendet, nur die  Atombombe  „fehlt“  noch  im  Arsenal der Krieger, aber um diese herzustellen, wird eifrig geforscht, auch während des Großen Krieges.

Die Rollen der Frauen im Großen Krieg werden üblicher- und übelweise so gut wie immer als Klischee dargestellt, nämlich als helfende Frau an der Seite des kriegführenden Mannes, sei dies nun als Ehe- oder Hausfrau, Mutter oder Krankenschwester. Eine kritische Würdigung der Rolle der Frauen im Großen Krieg 1914-1918 steht bis heute immer noch aus. Denn abseits der gängigen Klischees sind es die Frauen und auch die Kinder gewesen, die das Leben in den kriegführenden Ländern organisiert haben. Denn die Männer sind in der Mehrzahl als Soldaten an der Front zu finden. Und Frauen sind es, die im Großen Krieg von 1914 bis 1918 Ungewöhnliches leisten, nämlich Schutz und Hilfe für die Kriegsdienstverweigerer im Weltkrieg.

Doch das tradierte Klischeebild von Frauen ist auch heute noch präsent. Es ist schon sehr befremdend, wie oberflächlich und unkritisch die Situation der Frauen und auch der Kinder in der Situation des Großen Krieges 1914-1918 gesehen wird. Das Rollenbild der Frauen wird brav am gängigen Klischee fortgeschrieben, die Frau als Krankenschwester, die Frau als Ehefrau des Frontsoldaten, Liebesgaben für Frontsoldaten durch Frauen … und einen Kriegspropagandisten wie Fritz Weber deutet die Historikerin Christa Hämmerle zu einem pazifistischen Schriftsteller im Sinne von Remarque um. Fritz Weber war ein Nazipropagandist, dessen Hauptwerk über den Ersten Weltkrieg im Zentralverlag der NSDAP erschienen ist und an Frontsoldaten im Zweiten Weltkrieg von der NSDAP und dem Amt für Volkswohlfahrt verteilt worden ist. Das ist schlicht und ergreifend Verharmlosung des Nationalsozialismus durch die Wissenschaft und eine offensichtlich bewusste Fälschung der Geschichte!

 

Herbert Gantschacher 2016

Arnoldstein Klosterruine 2016

Samstag 30. Juli
8.00 Uhr

Abfahrt
Klosterruine
Arnoldstein

Exkursion "Kunst im Krieg" auf den Spuren von Viktor Ullmann über Plöckenpass (Valentinalm), Tischlbong / Timau / Tischlwang, Spilimbergo (Italien), Kobarid, Vršič-Pass (Slowenien).

Samstag 30. Juli
11.00 - 18.00 Uhr


Stationentheater zu Gedichten und Dramentexten von August Stramm "Wache", Paul Klee "Spuck", August Stramm "Sturmangriff", Wilfred Owen "Dulce et decorum est", August Stramm "Schlachtfeld", Paul Scheerbart "Zwei Herren", Francesco Cangiullo "Detonation", August Stramm "Kriegsgrab" Klosterruine Arnoldstein, Valentinalm am Plöckenpass (Österreich) -Tischlbong/Tischlwang/Timau, Spilimbergo (Italien) - Lepena, Vršič-Pass (Slowenien) mit Werner Mössler, Markus Rupert und Herbert Gantschacher. Wegen des Erfolges im letzten Jahr gibt es zu Beginn des Projektes 2016 wegen großer Nachfrage eine Wiederholung dieses Stationentheaters auf den Spuren des Komponisten Viktor Ullmann im Ersten Weltkrieg im Friaul und im Isonzotal.

Freitag, 5. August
18.00 Uhr

Dževad Karahasan & Burgis Paier „Prinzip Gabriel". Weltliteratur und Weltgeschichte treffen auf Bildende Kunst. Der bosnische Dichter Karahasan hat seine Sicht auf die Geschichte seiner Stadt verdichtet, Burgis Paier hat die Puppen dafür geschaffen.

Freitag, 5. August
19.00 Uhr

Ausstellungseröffnung „Frauen im Krieg" mit neuen Dokumenten und Fotos aus Archiven. Die Rollen der Frauen im Großen Krieg sind bislang nur sehr klischeehaft in der Gesichtsschreibung dargestellt worden. Diese Ausstellung ändert das! (bis 28.August 2016)

Freitag, 5. August
19.30 Uhr

Eröffnung des Symposions „Frauen im Krieg - Kunst im Krieg, Technik im Krieg – Propaganda und Künste im Dienst kriegführender Mächte"

Freitag, 5. August
20.00 Uhr

„Verweigert den Krieg!" von Helen Keller und Wilhelm Jerusalem.
Die taubblinde Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin hat vor hundert Jahre ihre beeindruckende Rede gegen den Krieg und Waffenproduktion gehalten. Keller tritt dabei in den Dialog mit ihrem Entdecker, den Wiener Philosophen, Pazifisten und Reformpädagogen Wilhelm Jerusalem. Es spielen Rita Hatzmann und Werner Mössler.

Samstag, 6.August
08.00 Uhr

Abfahrt Klosterruine Arnoldstein, Exkursion „Eine schreckliche Krankheit ist ausgebrochen" auf den Spuren zu Viktor Ullmann und dem Tod im Großen Krieg in Redipuglia (Italien), Monte Santo (Slowenien), Cividale (Italien) und Kobarid (Slowenien)

Samstag, 6.August
11.00–17.00 Uhr

Stationentheater mit Paul Scheerbart „Automobiltheater", F.T. Marinetti „Das futuristische synthetische Theater", Alfred Lichtenstein „Abschied", Maurice Maeterlinck „Gedanken über Sport und Krieg", Wladimir Majakowski „Tagesbefehl an die Kunstarmee".

Samstag, 6. August
20.00 Uhr
Klosterruine
Arnoldstein

Musiktheater "Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung" Oper mit Musik von Viktor Ullmann und Libretto von Viktor Ullmann und Peter Kien in der Originalfassung des Komponisten mit Präsentation der DVD der Neuinszenierung für Puppen- und Figurentheater. Diese grandiose Anti-Kriegsoper Ullmanns, die auf dessen Kriegserfahrungen im Großen Krieg an der Isonzofront beruht, in einer neuen Inszenierung von Herbert Gantschacher in der Dramaturgie vonDževad Karahasan für Puppen- und Figurentheater (Puppen & Figuren: Burgis Paier) mit Rita Hatzmann und Markus Rupert.

Sonntag, 7. August
9.00-13.00 Uhr

Symposion „Kunst & Technik im KriegFrauen im Krieg" (Vortragende: Irene Suchy, Herbert Gantschacher, Gerold Holzer, Gerald Penz, Jürgen Rostock, Hubert Steiner) 15.00-18.00 Uhr Symposion „Auf den Spuren von Anton Kolig, Franz Wiegele und Sebastian Isepp im Großen Krieg und der Heimatfront" von Arnoldstein nach Nötsch und zurück.

Sonntag, 7. August
20.00 Uhr

Szenisches Konzert und interdisziplinäres Kunstprojekt "Eine schreckliche Krankheit ist ausgebrochen, die Soldaten können nicht sterben" mit Hans Egger-Saxophonquintett, Adi Schober (Schlagwerk) und dem Projektchor unter Leitung von Bernhard Wolfsgruber, Alex Samyi (Figuren), 1000& (Wortskulptur) und Werner Raditschnig (Musik). PREMIERE URAUFFÜHRUNG

Freitag, 26. August
20.00 Uhr
Klosterruine Arnoldstein

Musiktheater "Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung" Oper mit Musik von Viktor Ullmann und Libretto von Viktor Ullmann und Peter Kien in der Originalfassung des Komponisten mit Präsentation der DVD der Neuinszenierung für Puppen- und Figurentheater.

Samstag, 27. August
20.00 Uhr

„Verweigert den Krieg!" von Helen Keller und Wilhelm Jerusalem mit Präsentation der neuen DVD aus der „Visuellen Theater-Bibliothek" mit Präsentation von „Schichtungen der Geschichte".

Sonntag, 28. August
20.00 Uhr

Szenisches Konzert und interdisziplinäres Kunstprojekt "Eine schreckliche Krankheit ist ausgebrochen, die Soldaten können nicht sterben" mit Hans Egger-Saxophonquintett, Adi Schober (Schlagwerk) und dem Projektchor unter Leitung von Bernhard Wolfsgruber, Alex Samyi (Figuren), 1000& (Wortskulptur) und Werner Raditschnig (Musik).

Kötschach-Mauthen, Valentinalm, Cellon 2016

Samstag 30. Juli
10.30 Uhr

Stationentheater "Kunst im Krieg" - "Wache" von August Stramm

Donnerstag 25. August
11.00, 13.00,
14.00 und 15.00 Uhr

Schauspiel "O MAINE VICTIME – O HAND OPFER" Calligramme von Guillaume Apollinaire im französischen Original und in deutscher Übertragung von Herbert Gantschacher mit Werner Mössler und Markus Rupert. Visuelles Theater eines Fundstücks aus dem Großen Krieg gespielt im französischem Original und deutscher Übertragung: „O MAINE VICTIME atou PLAINDRE TANDIsaue LARAISON est une CHAINE – O HAND OPFER stets KLAGEN SOlange DER GRUND ist eine KETTE". URAUFFÜHRUNG

Kartenpreise für die Musik- und Theatervorstellungen: Vorverkauf und Reservierung 5,- € (ermäßigt für Senioren, Klubkartenbesitzer, Schüler, Studenten), Vorverkauf und Reservierung 8,- € (Vollpreis),
Abendkasse 8,- € (ermäßigt für Senioren, Klubkartenbesitzer, Schüler, Studenten), Abendkasse 12,- € (Vollpreis)
Der Eintritt zu den Ausstellungen und zum Symposion ist frei!

Information zu allen Veranstaltungen:
Verein zur Revitalisierung der Klosterruine Arnoldstein: www.burgruine.at
Marktgemeinde Arnoldstein: www.arnoldstein.gv.at
Valentinalm: www.valentinalm.at

Homepage: www.arbos.at
Kartenreservierung und Information unter +43 (0)664-5621717
Programmänderungen vorbehalten