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Historische Kolportage

Die historische Kolportage und die Abbildung der Wirklichkeit in den erhaltenen historischen Dokumenten.

Die historische Kolportage – Sarajevo = Erster Weltkrieg

Ein Dilemma der österreichischen Geschichtsschreibung besteht darin, dass sie sich zu oft auf Halbwahrheiten beruft!

Man trifft in der österreichischen Geschichtsschreibung nahezu programmatisch immer auf solche Halbwahrheiten wie „Der Rest ist Österreich", „Der Staat, den keiner wollte" und vor allem die Legende von den „drei Lagern". Anstelle von klaren Fakten werden immer wieder diese Halbwahrheiten wiederholt (wie ja auch gebetsmühlenartig immer von „Selbstbestimmungsrecht" gesprochen wird, das ja als geltendes Recht nie existent war). Genauso verhält es sich mit dem Beginn des Großen Krieges 1914. Die historische Kolportage folgt bis heute nicht der Wirklichkeit der Dokumente, sondern nach wie vor der Propaganda der damaligen zentraleuropäischen Mächte repräsentiert durch die Monarchen des Hauses der Hohenzollern und der Vielfachmonarchie des Erzhauses Habsburg und deren Administration sowie vieler Helfer bis in die heutige Gegenwart, die diese Tradition insofern fortsetzen, als sie dafür sorgen, dass Dokumente bzw. Dokumententeile verschwinden, damit eine historisch dokumentierte Situation nicht nachvollziehbar wird.

Also beginnt die so genannte Auseinandersetzung nun immer mit der Propaganda, die in der Kaiservilla in Bad Ischl, am Ballhausplatz, im Schloss Schönbrunn und der Hofburg in Wien von der Administration und dem Erzhaus Habsburg ausgeheckt worden ist. Selbstverständlich genießt das Erzhaus Habsburg bei diesen Propagandamanövern die volle Unterstützung des Hauses Hohenzollern.

Und diese Propagandamaschine wirkt bis heute nach, nicht umsonst hält es die Administration der französischen Republik im Jahr 2012 nach wie vor als erwiesen, dass der Erste Weltkrieg in Sarajevo seinen Ausgang genommen hat und will dies auch 2014 gebührend feiern und feiern lassen.

Die Katastrophe von SarajevoKaiser Franz Joseph

Die Kronenzeitung vom 30.Juni 1914 (links) – Propagandapostkarte gegen Serbien mit dem Herrscher des Erzhauses Habsburg, Franz Joseph (rechts).

 

Die Ermordung des Thronfolgers des Erzhauses Habsburg am 28.Juni 1914 wurde sofort als serbische Tat dargestellt. Die Propaganda sagte ganz klar, dass das Komplott serbischen Ursprungs war, die Mörder in Belgrad gedungen worden sind und dafür Rache zu üben ist in der größtmöglichsten Form auch immer, also war sozusagen der Weg in den Krieg ausweglos, alternativlos.