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Forschungsprojekte über den Großen Krieg anhand der Biographien Maximilian und Viktor Ullmanns sowie der Oper „Der Kaiser von Atlantis oder Die Todt-Verweigerung" und anderer Kompositionen.

Vater Maximilian Ullmann als Leutnant 1887 (links) – Sohn Viktor Ullmann (rechts) als Einjährig Freiwilliger im Großen Krieg.

Maximilian Ullmann ist am 15. Dezember 1861 in der Gemeinde Pirnitz im Bezirk Iglau im Land Mähren geboren worden. Er entscheidet sich für eine Karriere als Berufssoldat und verlässt zu Gunsten der militärischen Karriere die jüdische Religion und lässt sich römisch-katholisch taufen.

Zu Beginn des Großen Krieges 1914 ist Ullmann als Oberstleutnant im Landwehr-Infanterie-Regiment Kolomea Nr. 36 sowohl Kommandant des 2. Bataillons als auch Stabs-Offizier für das Schieß- und Waffenwesen. Die Einheit ist dem Landwehr-Kommando in Lemberg zugeteilt. Im August 1914 wird er im Großen Krieg auch hier an der Front mit seinem Bataillon dienstzugeteilt und erlebt die schrecklichen Schlachten um Grodek. Das Jahr 1915 bleibt er ebenfalls an der russischen Front und erlebt den Massenübergang der tschechoslowakischen Schützenbrigade. Am 1. Mai 1915 wird Maximilian Ullmann Oberst mit der Rangnummer 41, er zählt somit zu den 130 ranghöchsten Offizieren der k.u.k. Wehrmacht. Dienstzugeteilt ist er dem Schützenregiment Nr. 36. Am 7. Mai 1917 bezieht er mit dem Schützenregiment Nr. 25 Stellung an der Tiroler Front bei Asagio und ist dort in die Juni-Kämpfe verwickelt.

Für die 11. Isonzoschlacht wird sein Regiment an die Isonzofront verschoben und bei Podlesce eingesetzt. Sein Regiment erhält im Bacatal einen geheimen Spezialauftrag. Während der Erfüllung dieses Geheimauftrages wird Maximilian am 5. September 1917 von Seiner Apostolischen Majestät, Karl, gnädigst mit dem Ritterkreuz des Leopoldordens mit Kriegsdekoration und Schwert ausgezeichnet. Vor und nach der 12. Isonzoschlacht 1917 wird er von seinem Sohn Viktor, der während dieser letzten Isonzoschlacht im oberen Isonzotal als Artilleriebeobachter tätig ist, besucht werden. Auch nach dieser letzten Schlacht am Isonzo bleibt Maximilian Ullmanns Regiment im Bacatal stationiert, um den Geheimauftrag weiter auszuführen, der bis 24.Dezember 1917 andauert. Bis zum Kriegsende ist er dann an der Piave stationiert.

Am 16. Oktober 1918 erhält er das Adelspatent mit dem Titel „Ullmann Edler von Tannfels". Das Ende der Monarchie übersteht Maximilian Ullmann unbeschadet und wird 1921 als Oberst pensioniert. Er wird tschechoslowakischer Staatsbürger und lebt in Wien. Sieben Tage nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht des Großen Diktators stirbt Maximilian Ullmann am 20. März 1938 in Wien.

 

Viktor Ullmann wurde als Sohn Maximilian Ullmanns am 1.Jänner 1898 in Teschen / Cieszyn geboren. Ab 1909 besuchte er das Gymnasium im dritten Wiener Gemeindebezirk. Am 4.Mai 1916 schließt er mit der Kriegsmatura die Schule vorzeitig ab. Vom 11.Mai 1916 bis zum 30.April 1918 leistet Ullmann seinen Militärdienst als Einjährigfreiwilliger wie beispielsweise Ernst Krenek auch. Im September 1918 wird Viktor Ullmann noch für eine Truppenübung einberufen. Während seiner Dienstzeit ist er auch als Komponist, Dirigent und Konzertpianist für das Kriegspressequartier des k.u.k. Kriegsministeriums tätig. Während der 12. Isonzoschlacht ist er im Oberen Isonzotal als Artilleriebeobachter beim Gasangriff bei Bovec / Plezzo / Flitsch eingesetzt.

Im Konzentrationslager Theresienstadt greift Ullmann in einem Teil seiner Kompositionen auf die Erfahrungen seiner Kriegserlebnisse zurück. Seine Oper „Der Kaiser von Atlantis oder Die Todt-Verweigerung" fußt in Musik und Libretto auf diesen Kriegserfahrungen und ist ohne diese nicht denkbar. Auch andere Kompositionen der Theresienstädter Zeit haben Bezüge zum Großen Krieg wie „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" oder die Friedl Dicker-Brandeis gewidmete Liedkomposition „Wendla im Garten". Viktor Ullmann wird am 18.Oktober 1944 in Auschwitz ermordet.

 

Sowohl die Biografie Vater Maximilian Ullmanns als auch die von Sohn Viktor Ullmann machen weitere Forschungsarbeiten notwendig, da noch viele Details vor allem aus der Zeit des Großen Krieges aus beiden Biografien noch nicht erforscht sind.

Dazu zwei Beispiele: der geheime Spezialauftrag des Obersten Maximilian Ullmann Immerhin gab es dafür einen Orden und die Erhebung in den Adelsstand!) oder die Veröffentlichung des Fotos des Einjährigfreiwilligen Viktor Ullmann. Dazu werden Forschungsarbeiten vor Ort und in Archiven notwendig sein. Orte und Länder der Recherche:

 

Österreich: Wien (Staatsarchiv, Österreichische Nationalbibliothek)

Deutschland: Berlin (Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz,

Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland)

Slowenien: Originalschauplätze

Italien: Originalschauplätze

Tschechische Republik: Prag und Theresienstadt

Polen: Ciezyn, Premysl

Ukraine: Kolomea